Best Practices für das Testen von Software und Websites für den internationalen Markt

    Softwaretests für den internationalen Markt sind Teil einer erfolgreichen Globalisierungsstrategie. Dabei sind drei verschiedene Methoden zu berücksichtigen.

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    Ihre Software oder Website ist bereit für neue Märkte? Dabei gibt es viel zu bedenken. Sie brauchen eine Globalisierungsstrategie, um dafür zu sorgen, dass die Benutzeroberfläche, die Website oder die mobilen Apps auf allen Betriebssystemen, Browsern und Channels funktionieren und in allen Sprachen verfügbar sind.  Wie überprüfen Sie, ob Ihr Endprodukt allen Anforderungen entspricht?

    Die passende Teststrategie für die Software (oder Website) ist die Grundlage für den Erfolg eines globalen Releases. Sie möchten ja zum Beispiel nach China kein lokalisiertes Produkt mit unlesbarem Text liefern, der aus dem Bild läuft.

    Durch das Testen der Software und der Website sorgen Sie dafür, dass Benutzer im Zielmarkt genau dieselbe Produktqualität erhalten wie im Ursprungsland. Außerdem sparen Sie so Zeit und Geld. Denn wenn Sie Fehler erst nach dem Release feststellen, sind unter Umständen kostspielige Nachbesserungen erforderlich, die Sie gleich mehrfach (nämlich für jede Zielsprache) vornehmen müssen.

    Werfen wir einen Blick auf drei Best Practices für das Testen von Software und Websites, mit denen Sie Rückschläge vermeiden können.

    1. Testen der Internationalisierungsbereitschaft

    Wie gut ist Ihre Software oder Website für die Lokalisierung gerüstet? Diese Frage lässt sich mithilfe von Tests der Internationalisierungsbereitschaft beantworten. Beim Testen der Internationalisierungsbereitschaft werden Probleme aufgedeckt, die während der Lokalisierung auftreten könnten. Diese können dann bereits in einer früheren Phase des Produktlebenszyklus behoben werden.  Diese Tests könnte man als eine Art Präventivmaßnahme bezeichnen, mit der sichergestellt wird, dass die Lokalisierung reibungslos abläuft.

    Beim Testen der Internationalisierungsbereitschaft finden wir heraus, wie gut Ihr Produkt in einem internationalen Umfeld funktioniert – und wie es mit muttersprachlichen Betriebssystemen und mit Anwendungen von Drittanbietern interagiert. Wir prüfen, wie Ihr Produkt mit verschiedenen Zeichen und Schreibsystemen (zum Beispiel mit bidirektionalem Text) zurechtkommt, zum Beispiel mit Sprachen wie Arabisch, die von rechts nach links geschrieben werden.

    Außerdem überprüfen wir, ob Ihr Produkt eine mehrsprachige Benutzeroberfläche und lokalspezifische Formate für Uhrzeiten und Datumsangaben, Währungssymbole, Telefonnummern, Adressen, Postleitzahlen und anderes unterstützt.

    Ergänzend dazu führen wir eine Pseudo-Lokalisierung durch, bei der wir simulieren, wie Ihre Strings in jeder Zielsprache aussehen. So können wir fest kodierte Strings und potenzielle Overtranslation-Problemstellen erkennen (wenn zum Beispiel ein String in der Benutzeroberfläche auch im Code referenziert wird, wodurch die Funktionalität beeinträchtigt würde). Außerdem wird in dieser Testphase untersucht, inwiefern das Produkt für eine Übersetzung der Benutzeroberfläche geeignet ist und wie sich Designprobleme vermeiden lassen.

    1. Lokalisierungstests

    Die erste Testphase, bei der die Internationalisierungsbereitschaft einer Software und Website überprüft wird, erfolgt bereits vor der Übersetzung der Inhalte, wohingegen die Phasen 2 und 3 erst durchlaufen werden, nachdem die Übersetzungsarbeit schon zu einem erheblichen Teil erbracht wurde. Ziel dieser Überprüfung von Software und Websites ist es, die Benutzeroberfläche und das Layout der Anwendung aus der Lokalisierungsperspektive zu betrachten.

     

    Kurz gesagt: Die lokalisierte Anwendung muss genauso aussehen und funktionieren wie das Original. Bei einem typischen Test werden beide Versionen der Anwendung nebeneinander überprüft.

     

     Folgende Bereiche stehen bei diesem Test im Fokus:

    • Funktionieren die Benutzeroberflächen und sehen sie aus wie im Original?
    • Werden die Tastenkürzel auf internationalen Tastaturen unterstützt?
    • Sind in dem generierten Build alle nötigen Dateien enthalten?
    • Entsprechen die Funktionen in der lokalisierten Version (bzw. in den lokalisierten Versionen) denen des Ausgangsprodukts?
    • Enthält das lokalisierte Display die gleiche Zahl und Art von Elementen wie das Ausgangsprodukt?
    • Werden alle lokalspezifischen Zeichen korrekt angezeigt?
    • Passen alle Wörter in die Schaltflächen und werden keine Wörter auf der Seite abgeschnitten?

    Hauptsächlich sorgen wir in dieser Phase dafür, dass nach der Übersetzung alles korrekt angezeigt wird und so funktioniert wie vorgesehen.

    1. Linguistische Tests

    Linguistische Tests werden von Muttersprachlern der Zielsprache durchgeführt.  Dabei wird die sprachliche und kulturelle Eignung des Produkts für den Zielmarkt überprüft. Obwohl es hier Überlappungen mit dem Lokalisierungstest gibt, geht der linguistische Test wesentlich weiter. Betrachten wir zum Beispiel ein Dialogfeld, das auf ein anderes Dialogfeld oder auf die lokalisierte Version des Betriebssystems verweist.

    Linguisten sehen die Strings in dem Umfeld, in das sie natürlicherweise eingebunden sind, und nicht in einer isolierten Quelltextdatei oder einem Übersetzungstool. Dadurch können sie den Kontext und die Dynamik des Produkts besser nachvollziehen und deutlicher erkennen, welche Übersetzung am besten zu verwenden ist. So wird eine bessere Übersetzungsqualität sichergestellt.

    Hierzu ein Beispiel: Das englische Wort „home“ hat viele mögliche Bedeutungen. Es kann sich auf eine Aktionsschaltfläche beziehen, mit der die Nutzer zur Startseite einer Website zurückgelangen. Es kann aber auch ein Nomen sein, das den Nutzer auffordert, in einem Kontaktformular seine Wohnadresse einzugeben. Erst wenn die Übersetzung im Kontext geprüft wird, lässt sich daher zweifelsfrei ermitteln, welche Übersetzung richtig ist.

    In diesem Schritt stellen die Linguisten sicher, dass der Text in der Zielsprache dem Kontext entspricht, einheitlich verwendet wird und Ihre Markenvorgaben erfüllt.  Durch ein gutes Testmanagement und zuverlässige Testpläne lassen sich Überschneidungen zwischen Lokalisierungstest und linguistischem Test vermeiden.

    Als End-to-End-Content-Globalisierungsspezialist sind wir bei Amplexor in der Lage, unsere Software- und Websitelösungen eng in die Content-Strategie unserer Kunden einzubetten. Amplexor bietet ein breites Spektrum an Testservices an, mit denen eine optimale Benutzererfahrung auf den Zielmärkten gewährleistet wird. Unsere Experten erarbeiten mit Ihnen eine globale Release-Strategie, die eine Analyse der Internationalisierungsbereitschaft, eine Pseudolokalisierung, das Testmanagement und eine detaillierte Roadmap für Produkt-Lebenszyklus und Release-Termin auf dem Zielmarkt umfassen.

    Unser Expertenteam steht Ihnen dabei selbstverständlich jederzeit zur Verfügung. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung, um zu erfahren, wie wir Ihnen bei Ihrem nächsten Projekt helfen können.

    Veröffentlicht auf 01/08/19    Zuletzt aktualisiert am 19/09/19

    #Softwarelokalisierung, #Globalisierung, #Website-Übersetzung

    Über den Autor

    Debora Davila is a Global Solutions Architect at Amplexor international and is based in Boston, Massachusetts. She has been with Amplexor since 2015.

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