Die Lokalisierungsstrategie definieren: Logos an die lokale Kultur anpassen

    Prüfen Sie daher ganz genau, ob Ihre Firmen- und Markennamen in anderen Ländern problemlos funktionieren oder im Rahmen Ihrer allgemeinen Lokalisierungsstrategie angepasst werden müssen.

    Abonnieren Sie unseren Blog

    Logos sind ein zentraler Baustein einer vollständigen Lokalisierungsstrategie, da sie Ihr Image und Ihr Markenversprechen nach außen tragen. Sie repräsentieren die Kernwerte Ihres Unternehmens. Aber was tun, wenn diese Logos in einem anderen Land etwas völlig anderes bedeuten? Was, wenn Ihr cooles, innovatives Image auf dem internationalen Parkett scheitert, weil Sie Ihr Marketing nicht richtig lokalisiert haben?

    Ihre Logos sind fester Bestandteil Ihrer Unternehmensmarke. Ein gutes universelles Design funktioniert in allen Kulturen. Daher müssen Sie Ihre Firmen- und Produktlogos in die Lokalisierungsstrategie einbeziehen, wenn Sie neue Märkte rund um den Globus erschließen wollen.

    Namen sind nicht Schall und Rauch

    Wenn ein Firmen- oder Produktname zentraler Baustein eines Logos ist, sollten Sie diesen für bestimmte Märkte unter Umständen lokalisieren. Grundsätzlich ist es besser, Namen in der Ausgangssprache zu belassen, damit Ihre Marke weltweit überall wiedererkannt wird. Wenn die Firmen- oder Markennamen Ihres Unternehmens auf neuen Märkten jedoch nicht gut funktionieren, sollten Sie darüber nachdenken, diese Logos zu übersetzen oder abzuändern.

    Logos post 11-14-17.gif

    Es gibt viele Beispiele für Firmen- und Markennamen, die für internationale Märkte lokalisiert wurden. So hat beispielsweise Coca-Cola den Firmennamen im Rahmen seiner Lokalisierungsstrategie für China angepasst, da die direkte Übersetzung von Coca-Cola ins Chinesische „Beiß die wächserne Kaulquappe“ bedeutet. Das ist ganz klar nicht ideal, sodass sich Coca-Cola dafür entschied, sein Kultprodukt für diesen konkreten Markt verbraucherfreundlicher zu benennen. Der neue Markenname bedeutet so viel wie „köstlich, genießen können“, was für chinesische Kunden attraktiv klingt. Das Unternehmen entschied sich zudem dafür, chinesische Schriftzeichen im Logo zu verwenden, um das Marketing vollständig zu lokalisieren.

    Ein weiteres Beispiel für ein Unternehmen, das Namen (und Logo) für ein bestimmtes Land änderte, ist Glade. Für Brasilien änderte Glade die Schreibung des Markennamens, da der Originalname auf Portugiesisch „glad“ ausgesprochen wird. Deshalb wandelte das Unternehmen die Schreibung seines Namens in „Gleid“ ab. So ist sichergestellt, dass die Aussprache des Markennamens in Brasilien mit der englischen Aussprache übereinstimmt. Verglichen mit Coca-Cola ist das ein ganz anderer Ansatz, um das Marketing zu lokalisieren und die Markenidentität zu bewahren.

    Prüfen Sie daher ganz genau, ob Ihre Firmen- und Markennamen in anderen Ländern problemlos funktionieren oder im Rahmen Ihrer allgemeinen Lokalisierungsstrategie angepasst werden müssen. Mit Marktstudien in den Ländern, die Sie erschließen möchten, sammeln Sie wichtige Informationen für fundierte Entscheidungen zu Logodesigns und ihrem globalen Erfolg.

    Grafik kann ein falsches Bild zeichnen

    Namen sind nicht der einzige Logobaustein, den Sie bei Ihrer Lokalisierungsstrategie berücksichtigen müssen. Untersuchen Sie im Rahmen Ihrer Marktstudien auch, ob Ihre Logografik nicht das Ziel verfehlt. Das Logo muss in jedem Land den richtigen Ton treffen – denn auch Grafik wird unter Umständen von Kultur zu Kultur anders aufgefasst.

    RJ Metrics beispielsweise, ein Unternehmen mit Sitz in den USA, musste Lehrgeld zahlen, als Käufer in Großbritannien das Logo, einen Dodekaeder (eine geometrische Form mit 12 Flächen), mit Unterwäsche in Verbindung brachten. Das Unternehmen führte eine Studie durch, um dem Spott zu entgehen und herauszufinden, wie es das Logo anpassen konnte, damit es weltweit richtig aufgefasst wurde. RJ Metrics sammelte über weltweite Kundenbefragungen Feedback zu dem Logo, um das Problem und sein Ausmaß besser nachvollziehen zu können. Dann überarbeitete das Unternehmen sein Logo anhand der Umfrageergebnisse. Der Winkel des Designs wurde geändert und die Linien dünner gezogen, sodass es nicht mehr mit Unterwäsche in Verbindung gebracht wurde. Dank dieser kleinen Veränderungen ist das Logo nun kulturunabhängig universeller verständlich.

    Wenn RJ Metrics direkt untersucht hätte, wie das Logo in anderen Ländern aufgefasst würde, wäre das Marketinglokalisierungskonzept überzeugender gewesen und hätte dem Unternehmen eine Menge Peinlichkeiten und zusätzliche Arbeit erspart. Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum Sie Ihr Logo auf neuen Märkten vorab testen sollten, damit Sie Probleme lösen können, bevor sie sich zu Katastrophen auswachsen.

    Die Welt ist bunt

    Ein weiterer Punkt, den Sie beim Ausbau Ihrer globalen Präsenz und der Ausarbeitung Ihrer Lokalisierungsstrategie berücksichtigen sollten, sind die Logofarben, denn Farben haben meist keine universelle Bedeutung. Beispielsweise ist Grün im Iran sehr beliebt und mit Freude und Erfolg konnotiert, in China dagegen steht diese Farbe für Blamage. Farben für Logos auszuwählen, kann daher eine knifflige Angelegenheit sein. Nur, weil eine Kultur eine Farbe meist mit einer bestimmten Emotion oder Bedeutung verbindet, müssen Sie noch lange nicht auf sie verzichten. Ob Sie Logofarben ändern müssen, kann auch davon abhängen, wie abergläubisch eine Kultur ist. Marktstudien sind daher unverzichtbar.

    Im Idealfall sollten Sie die Farben Ihrer Marke beibehalten, denn der Color Marketing Group zufolge erhöht Farbe den Wiedererkennungswert einer Marke um bis zu 80 Prozent. Entsteht durch die Farbe jedoch in einer bestimmten Kultur ein negatives Markenimage, sollten Sie dem Problem möglicherweise doch durch eine abgeänderte Farbgebung begegnen.

    Eine weitere Option ist es, die Logofarben beizubehalten und kulturell angemessenere Basisfarben für lokalisierte Marketingmaterialien und Verpackungen zu verwenden. Beispielsweise verwendet UPS in allen Kulturen und Regionen sein braunes Logo, während die mehrsprachigen Webseiten meist in Blau gehalten sind – Blau gilt als eine der universell ansprechendsten Farben.

    Logodesign, das in jeder Sprache wirkt

    Für die Lokalisierung von Logos gibt es keine festen und verbindlichen Regeln. Es geht darum, dass Sie Ihr Logo so universell attraktiv wie möglich gestalten, damit Ihre Marke weltweit wiedererkannt wird, ohne dabei falsche Assoziationen zu wecken. Zentraler Ausgangspunkt ist eine frühzeitige Marktforschung für die Lokalisierung, damit Ihr Unternehmen nicht unter einem Logodesign leidet, durch das die Menschen in anderen Kulturen Ihrer Marke gegenüber gleichgültig gegenüberstehen.

    Haben Sie Ihr Logo in die Lokalisierungsstrategie einbezogen? Welche Aspekte berücksichtigen Sie bei der Lokalisierung von Marketingmaterialien? Wir freuen uns, mehr über Ihre Erfahrungen zu hören.

     

    Veröffentlicht auf 14/11/17    Zuletzt aktualisiert am 14/11/17

    #Translation & Localization, #Übersetzung & Lokalisierung

    Über den Autor

    Gretchen Sampair is a Digital Communications Specialist at Amplexor International and based in Wisconsin. Gretchen joined Amplexor in July 2017 and specializes in marketing content for global content solutions.

    ABONNIEREN SIE UNSEREN BLOG

    Beteiligen Sie sich an dieser Diskussion