Die verborgenen Chancen der aktuellen Content-Welle

    Auf dem Markt für Sprachdienstleistungen dreht sich das Rad der Entwicklung immer schneller. Wir wollen uns ansehen, wie durch maschinelle Übersetzung (MÜ) und künstliche Intelligenz (KI) neue Geschäftsmöglichkeiten für Unternehmen entstehen, die ihr operatives Geschäft ausbauen wollen. or expand internationally.

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    In den vergangenen 20 Jahren gab es immer wieder neue Trends, die das Gesicht des Marktes veränderten. Der Sektor hat sich fortlaufend weiterentwickelt. Mit der digitalen Revolution als Motor nimmt die Entwicklung noch weiter an Fahrt auf. Es sind mehrere konvergierende Trends zu beobachten, die auf einen gemeinsamen Zielpunkt zulaufen. Das Volumen neu produzierter Inhalte hat explosionsartig zugenommen. Es tritt eine neue Generation von Konsumenten auf den Plan, die rund um die Uhr mit individuellen Contents gefüttert werden möchte – und zwar in ihrer eigenen Sprache und im Format ihrer Wahl.  

    Ich bin vor Kurzem bei AMPLEXOR eingestiegen, um die Leitung der Forschung und Entwicklung im Bereich Content-Technologie zu übernehmen. Wenn ich mir den derzeitigen Markt und die Herausforderungen für Unternehmen ansehe, fallen mir drei große Bereiche auf, die Chancen für stark differenzierte Angebote bereithalten.  

    1. Digitales Benutzererlebnis und stark nutzerzentrierte Kommunikation 

    Der digitale Wandel ordnet den Markt mit seinem Fokus auf das Kundenerlebnis neu. Über mehr als ein Jahrzehnt hat die Globalisierung den Bedarf an Übersetzungsdienstleistungen befeuert. Firmen expandierten und begannen, ihre Produkte global zu vermarkten. Heute ist Mehrsprachigkeit kein Wettbewerbsvorteil mehr, sondern eine Grundvoraussetzung.  Die neue Generation von Kunden ist besser informiert und anspruchsvoller als je zuvor. Sie erwarten, dass Content in ihrer Sprache im gewünschten Format innerhalb kürzester Zeit bereitgestellt wird.  

    Unternehmen sind mittlerweile mit dem Markt und den Stakeholdern digital vernetzt. Content hat sich daher zu einer strategisch wichtigen Komponente entwickelt, die durch die Unternehmen selbst produziert wird. Durch den digitalen Wandel wird Content kundenspezifischer. Gleichzeitig bringt der Fortschritt auch Veränderungen hinsichtlich der Content-Typen und -Formate mit sich.  

    2. Der Siegeszug maschineller Systeme 

    Ein weiterer Trend besteht in der Ausbreitung maschineller Systeme, wobei die MÜ das wohl prominenteste Beispiel ist. Mit dem Aufkommen des maschinellen Lernens (ML) und der Neural Machine Translation (NMT), der maschinellen Übersetzung mittels neuronaler Netzwerke, geht ein in der Branche noch nie dagewesener Automatisierungstrend einher – und das in einem Bereich, der zuvor einzig und allein auf kognitiven menschlichen Fähigkeiten basierte. 

    Heutzutage werden längst nicht mehr alle Texte von menschlichen Übersetzern übertragen. Natürlich brauchen wir weiterhin Übersetzer aus Fleisch und Blut. Einerseits entstehen durch die neuen Anforderungen im Bereich Übersetzung und Technologie – allen voran die NMT – neue Arbeitsfelder für Übersetzer. Im Fokus steht dabei die stark nutzerzentrierte Kommunikation, auch als Hyper-Personalization bezeichnet. Die Nachbearbeitung maschineller Übersetzungen (Machine Translation Post-Editing, kurz PEMT) sorgt für präzise und klar verständliche Zieltexte. Selbst Ton und Stil lassen sich dabei an das Zielpublikum anpassen. Sich in die Leser hineinzuversetzen und zu verstehen, was sie wirklich beschäftigt, ist zudem weitaus interessanter, als „nur“ eine Sprache in eine andere zu übertragen. Andererseits braucht es Fachleute zur Überwachung der Wertschöpfungskette. Hier geht es darum, die maschinellen Übersetzungssysteme zu konfigurieren, zu überprüfen und zu pflegen. Jemand muss schließlich die Technologie entwerfen, aufbauen, implementieren und kontrollieren. Letzten Endes wird die Maschine den Menschen bei weniger entscheidenden Prozessen entlasten. Die Sprachmittler können sich dann auf die intellektuell anspruchsvolleren Aufgaben konzentrieren, die jenseits der Leistungsgrenzen maschineller Übersetzungssysteme liegen. 

    Bei ML-Systemen geht die Entwicklung ebenfalls dahin, dass bei der Content-Produktion, bei der Terminologiepflege und der Content-Analyse immer mehr automatisierte Prozesse in den Workflow eingebunden werden. So können die Systeme etwa Aufgaben zwischen Mensch und Maschine aufteilen und den jeweils am besten qualifizierten Übersetzer für die Nachbearbeitung auswählen – passend zum Fachbereich (Marketing, Technik, Wissenschaft etc.), Sprachkombination und Fachkompetenz des Linguisten.  

    Letztendlich sind alle diese Technologien miteinander verknüpft. Wir werden sie benötigen, wenn wir die steigende Content-Flut bewältigen und dabei individuelle, optimierte und für die Zielgruppe relevante Inhalte produzieren wollen.  


    3. Übersetzung in Echtzeit 

    Als Letztes möchte ich auf den aktuellen Paradigmenwechsel im Übersetzungsprozess eingehen. Vor einiger Zeit noch waren die Prozesse projekt- und normengesteuert. Die Firmen expandierten, bauten einen Vertrieb in anderen Ländern auf oder mussten sich an die Vorgaben ihrer Zielmärkte anpassen. Heute verfügen die meisten Unternehmen bereits über Content-Management-Systeme und andere Technologien, die ihnen dabei helfen, Content zu verbreiten und ihre Lokalisierung zu optimieren. Auftragsvergabe und Bedarf sind in der Übersetzerbranche sind nicht mehr projekt- oder dokumentabhängig. Zur Anwendung kommt vielmehr ein flexibler und fortlaufender Lokalisierungsprozess. Übersetzungen werden immer mehr als jederzeit verfügbare Basisleistung angesehen – etwa so wie Strom aus der Steckdose. Nutzer erwarten, dass mehrsprachiger Content per Tastendruck genauso schnell verfügbar ist wie elektrisches Licht. 

    Unternehmen müssen mit den Entwicklungen im Content-Bereich Schritt halten. Dafür müssen sie den zunehmenden Bedarf an stark nutzerzentriertem und in Echtzeit verfügbarem Content erfüllen, der in immer mehr Formaten und Sprachen zur Verfügung stehen muss. Fällt es Ihnen schwer, die Content-Flut zu bewältigen? Oder brauchen Sie Unterstützung bei der Expansion? Dann hinterlassen Sie uns über die Kommentarfunktion unten eine Nachricht, oder schauen Sie sich unser kostenlos abrufbares Webinar an. Dort erfahren Sie, wie wir CrossFit dabei geholfen haben, sich auf internationalem Parkett selbstbewusst zu präsentieren. 

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    Veröffentlicht auf 23/04/19    Zuletzt aktualisiert am 01/07/19

    #Traduction Automatique, #Globalisation, #Künstliche Intelligenz, #Traduction et Localisation

    Über den Autor

    Marcus Casal is VP Content Solutions Technology at AMPLEXOR, based in the United States. He’s a native speaker of Spanish and English and fascinated by the morphological richness of language and by linguistic evolution over time. As a 20+ years content industry veteran, Marcus has lead product and development teams in the content, language and machine learning sectors. In addition, his career journey ranges from founding a startup and serving on the TAUS advisory board to localization consulting, production engineering and operational management. In his free time, he’s often found chasing after his twin three-year-olds, enjoying a game of rugby or scuba diving. He’s also a fan of old-school Dungeons & Dragons session.

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