Drupal 8 wird 2,5 Jahre alt – Ein Rückblick

    Drupal hat in den letzten 2,5 Jahren einen langen Weg zurückgelegt und nun steht Drupal 8.6 vor unserer Tür. Es ist Zeit, eine Bilanz zu ziehen – erst dann werden wir verstehen können, welche Verbesserungen wir in Zukunft für Entwickler, Marketingexperten und Content-Manager erwarten können.

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    Ein Rückblick

    Drupal 7 brachte sowohl in der Entwicklung als auch für redaktionelle Tätigkeiten einige Verbesserungen mit sich: Dadurch konnte unter anderem das Arbeiten mit einer Datenbankebene und mit Dateien vereinfacht werden, das Expandieren von Feldern für verschiedene Content-Typen wurde ebenfalls leichter, und Themes wurden überarbeitet.

    Die Tatsache, dass nicht alle Funktionen pünktlich zum "Feature-Freeze" am 1. September 2009 einsatzfertig waren, bedeutete ein festes Feature-Set für Drupal. Des Weiteren stellte eine Vielzahl an beigesteuerten Modulen (Views, CTools, Entity, Media, etc.) für jede Drupal 7-Installation eine externe Abhängigkeit dar. Das bedeutet auch, dass ein Site-Builder/Entwickler vollkommen abhängig von den Instandhaltern dieser Module ist (mithilfe der Community). Wir mussten daran glauben, dass diese untereinander kompatibel bleiben würden und der entstandene Aufwand für ein verbessertes standardmäßiges Erlebnis von Drupal viel äußerst hoch aus.

    Seit Anbeginn seiner Entwicklung entledigte sich Drupal 8 von seinem robustem, harten Modell mit eingefrorenem Feature-Set, das für die komplette Lebensdauer der Version zur Verfügung stand. Für Drupal 8 verschob sich die Entwicklung zu einem semantischen Versionssystem mit sechsmonatigen Releases. Das bedeutete keine jahrelangen Wartezeiten im Rahmen neuer Funktionalitäten mehr – die Release-Termine waren von nun an in Stein gemeißelt. Eine Regel besteht allerdings: Es sollten keine maßgeblichen Veränderungen durchgeführt werden. Jede Iteration von Drupal 8.x sollte also abwärtskompatibel mit früheren Versionen sein, ohne den Code entfernen zu müssen und ohne Namensveränderungen der Funktionen oder Ähnliches ausführen zu müssen. Am 19. November 2015 stand der lang ersehnte Release von Drupal 8.0 endlich fest.

    Wo steht Drupal heute?

    Nach 2,5 Jahren ist es an der Zeit, eine Bilanz zu ziehen und auf Drupals Vergangenheit zurückblicken, und auch dessen gegenwärtigen Fortschritt zu untersuchen. Sowohl als Framework wie auch als Produkt, versucht Drupal immer noch beide Seiten des Spektrums zu bedienen, und Mitarbeiter arbeiten stets fleissig an beiden weiter. In diesem Augenblick verwenden mehr als 1 Million Websites Drupal als CMS. Die Mehrheit davon (80%) läuft über Drupal 7, wobei Drupal 8 erst kürzlich Drupal 6 mit dem zweiten Platz überholt hat (10.1% gegen 10%).

    Wie kann es sein, dass Drupal 8 so lange gebraucht hat, Drupal 6 in Sachen Adaption zu überholen? Diese Frage stellt sich als umso spannender heraus, wenn man bedenkt, dass Drupal 6 bereits vor 7,5 Jahren von Drupal 7 überholt wurde. Die überwiegende Anzahl an Drupal 7-Websites ist in diesem Sinne nicht weniger verblüffend.

    Wir werden nun alle möglichen Ausgänge näher durchleuchten und auch die wichtigsten Neuerungen von Drupal 8 hervorheben.

    Hindernisse bei der Auswahl einer neuen WCMS-Plattform

    Wenn eine Organisation nach einer neuen Website Ausschau hält, ist Drupal wahrscheinlich eines der WCMS, die sie in Betracht ziehen werden. Die Drupal Association hat erst kürzlich dedizierte Seiten mit Vorteilen sowie Anwendungsfällen hervorgebracht, die auf die unterschiedlichen potenziellen Benutzerprofile eingehen (Entwickler, Marketingexperten und Agenturen). Bereits in der Vergangenheit standen Materialien zur Verfügung, diese waren allerdings kreuz und quer verteilt und schlecht aufzufinden. Zusätzlich ermöglicht die „Try Drupal“-Seite es Nutzern, mit dem Produkt zu experimentieren. Dafür ist allerdings eine Registrierung bei einem Cloud-Anbieter oder eine lokale Installation nötig – und diese benötigt technisches Vorwissen.

    Wie bei jeder anderen Entscheidung für eine Unternehmenssoftware stellt eine sinnvolle Option die Inanspruchnahme professioneller Hilfe dar. Anhand Ihrer Content-Strategie, des vorhandenen Technologie-Stacks und der Prozesse kann der richtige Partner Sie zu einem effektiven WCM-Auswahlprozess führen. Diese Investition bedeutet auch, dass Sie Ihre Organisation verstehen und auf die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe hören, was sich letztendlich in Form einer Lösung auszahlen wird, die Ihren geschäftlichen Anforderungen sowie Ihrem Budget entspricht.

    Die Lernkurve von Drupal 8

    Auch nach dem erfolgreichen Start eines Projekts mit Drupal 8.0 bestanden noch einige zu bewältigende Hürden. Wir haben bereits von der Konvertierung von Langzeit-Releases (Drupal 6, Drupal 7) vs. der semantischen Versionierung (Drupal 8.x) gesprochen. Während diese ein etabliertes Muster bei der Softwarebereitstellung darstellt, stellte es für die Drupal-Community ein Novum dar. Daher wurde der Prozess von einer steilen Lernkurve begleitet. Während dieser Lernphase gab es Probleme, die sich auf die Code-Stabilität, Drusch-Befehlen (Shell-Interface zur Verwaltung von Drupal), Abhängigkeiten von PHP-Versionen und Updates auf neue Releases auswirkten.

    Retrospektive und Countdown von Drupal 8.6

    Mit der neuen Veröffentlichungsmethode von Drupal (zwei Releases pro Jahr) ist das Drupal-Core-Team in der Lage, nicht nur die bestehende Codebasis auf stabile Weise zu verbessern, sondern auch Kerninitiativen auszuwählen, die in einer zukünftigen Version von Drupal enthalten werden sollen. Dies ermöglicht dem Drupal-Team ebenso, Probleme (wie zuvor erwähnt) viel schneller zu lösen.

    Manche dieser Initiativen, die zur Verbesserung des redaktionellen und entwicklerischen Erlebnisses führen sollen und die es nach dem ursprünglichen Release in das Drupal 8 Core geschafft haben, beinhalten Folgendes:

    • Drupal 8.1: eine (experimentelle) Benutzeroberfläche für Migrationen von Drupal 6 und 7 nach Drupal 8, dem (experimentellen) BigPipe-Modul zur Leistungssteigerung und zum automatisierten JavaScript-Test.
    • Drupal 8.2: flexiblere Drag & Drop-Platzierung von Blöcken; Content-Moderations-Workflows für Redakteure und erweiterte Webservices.
    • Drupal 8.3: Drag & Drop in die Schnellbearbeitung für Bilder, den aktualisierten CKEditor, BigPipe als stabiles Modul und das (experimentelle) Layoutmodul, das Content-Autoren ermöglicht, verschiedene Layouts anstelle eines festen/strukturierten Layouts zu erstellen.
    • Drupal 8.4: Inline-Formularfehler, Layout-Discovery-API, Medien-API zur Unterstützung von Bild-/Videodateienbibliotheken und leichtes Digital-Asset-Management, Verbesserungen im Autoring und aktualisierte Migrationen (mehrsprachig, bessere Benutzeroberfläche, mehr Quelloptionen und andere Überarbeitungen).
    • Drupal 8.5: Public Media API, Stable Settings und Content-Moderation, Layout Builder (experimental), BigPipe standardmäßig aktiviert, neue Drupal Demo-Version (Website einer Food-Zeitschrift namens "Umami") sowie PHP 7.2 Support.
    Veröffentlicht auf    Zuletzt aktualisiert am 20/08/2018

    #Drupal, #Content Management, #Webentwicklung

    Über den Autor

    Kevin is Drupal Web Developer and Consultant at Amplexor based in Belgium. Kevin is an Acquia Certified Developer with over 6 years of experience in planning, development, maintaining Drupal websites and leading development teams in Drupal. He has also volunteered at the organization of the yearly Belgian DrupalCamp event.

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