SparX Labs: Was ist möglich? VR/AR in der Praxis

    SparX: VR/AR in der Praxis – ein Blick in die Zukunft von Virtual und Augmented Reality im Unternehmenskontext! Branchenspezifisch angepasster Einsatz von VR/AR: Erfahren Sie hier, wie das geht. Wo liegen die Herausforderungen?

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    Schon seit einiger Zeit wird in der Wirtschaft die Möglichkeit heiß diskutiert, Produktmarketing und Marken-Erfahrung mit Hilfe von Virtual und Augmented Reality zu optimieren. Dies war auch jüngst das Thema meiner Präsentation als AR Lab Coach beim Kickoff der Münchner VR/AR SparX Labs am 24. Juli dieses Jahres. Anhand einiger Fallbeispiele wurde im Zuge der Veranstaltung klar, wie sich Produkt-Content mit attraktiven Entertainment- und Infotainment-Elementen aufwerten lässt.

    Ebenfalls beim Kickoff dabei waren Lab Coaches von VRdirect und New Web Order. Gemeinsam haben wir uns mit den Challenger Pitches von drei bekannten deutschen Unternehmen befasst: Deutsche Bank, Scalable Capital und AeroGround Flughafen München.

    Challenge Nr. 1: VR-gestützte Bankgeschäfte

    Challenger: Deutsche Bank, multinationaler Konzern für Investmentbanking und Finanzdienstleistungen

    Die Situation: 

    Das Bankwesen befindet sich weltweit im Umbruch. Das Nachsehen haben aktuell, angesichts neuer Finanztechnologien, die Filialnetze der Banken. Für bestimmte Bankdienstleistungen wird einfach nicht mehr so häufig die Filiale aufgesucht wie früher: Stattdessen nutzen die Bankkunden lieber verfügbare Online-Tools. Die Deutsche Bank sucht nun nach neuen – digitalen – Wegen, um für ihre Zielgruppen relevant zu bleiben.

    Eine mögliche Lösung:

    Anders als herkömmliche Broschüren, Displays oder Aufsteller kann der virtuelle Kundenberater die Kunden mitnehmen: auf eine Reise hinein in die Bankprodukte, die in einer farbigen, dreidimensionalen Umgebung erfahrbar werden. So bleibt den Kunden nicht nur der Besuch in der Filiale erspart; klassische Bankdienstleistungen erhalten zudem eine zusätzliche Erlebnisqualität.

    Aber eine gewisse Skepsis ist da: Wie lässt sich erreichen, dass der virtuelle Berater nicht nur als fachlich kompetent wahrgenommen, sondern von den verschiedenen Kundenprofilen auch auf der Gefühlsebene akzeptiert wird?

    Es wird hochinteressant sein, die Ergebnisse dieses Fallbeispiels auszuwerten und auf Dienstleistungsbereiche außerhalb des Bankwesens zu übertragen: Ein virtueller Kundenberater kann der logische nächste Schritt zu einer Kundenerfahrung sein, die den üblichen Rahmen sprengt.

     Marc Haarmeier presenting at SparX event

    Challenge Nr. 2: Komplexe, algorithmenbasierte Dienste einfach vermittelt

    Challenger: Scalable Capital, ein Unternehmen für digitale Vermögensverwaltung, das auf Grundlage proprietärer Software dynamisch optimierte Investment-Dienste anbietet und den Schwerpunkt dabei auf Risikomanagement legt.

    Die Situation:

    Moderne Vermögensverwaltung, unter Einsatz von künstlicher Intelligenz und Algorithmen zur Optimierung der Anlagen, ist eine komplexe Dienstleistung, die Kunden entsprechend schwierig zu vermitteln ist. Wie funktioniert das Zusammenspiel der Anlagen mit unterschiedlichen Risikofaktoren in einem Fonds? Was hat welchen Einfluss auf das Gesamtergebnis? Wie wird die Erwartung, anhaltend hohe Gewinne zu erzielen, gegen die Sicherheit der Anlage abgewogen? Ein heikles Thema, zumal die Kunden oft genug nur über Halbwissen verfügen, das sie in den Nachrichten und über die Medien aufgeschnappt haben.

    Eine mögliche Lösung:

    Wenn es gelänge, diese Algorithmen in interaktive, VR/AR-gestützte Umgebungen zu überführen, wären nicht nur die zugrunde liegenden Konzepte für die Kunden besser verständlich. Die Produkte würden auch besser erinnerbar. Wenn bildlich vermittelt wird, wie die verschiedenen Produkte funktionieren, sind die Kunden durch dieses neu gewonnene Wissen in der Lage, Alternativen souverän zu vergleichen, intelligentere Entscheidungen zu treffen und ihre Portfolios kompetent zusammenzustellen.

     

    Challenge Nr. 3: Recruiting und Schulung des Personals – nahezu ortsungebunden

    Challenger: AeroGround Flughafen München, zuständig für alle land- und luftseitigen Services rund um die Flugzeug-, Gepäck- und Passagierabfertigung.

    Die Situation:

    Der Flughafenbetrieb – speziell an Drehkreuzen wie München oder Frankfurt – ist eine Aufgabe, die herausfordert: Eng getaktete Zeitfenster für die Arbeiten an den Flugzeugen, hohe Ansprüche an die Qualität der Dienstleistungen, ein hohes Maß an technischem Know-how – jeder noch so kleine Fehler kann erhebliche finanzielle Folgen haben. Der Schlüssel zu allem: qualifiziertes Personal. Es muss eingestellt, geschult und gehalten werden, denn in Westeuropa herrscht in der Dienstleistungsbranche Fachkräftemangel.

    Mögliche Lösungen:

    Ziel ist der Einsatz neuester Technologie für ein erfolgreiches Employer Branding. Im Recruitment-Prozess können Bewerber virtuell in die zukünftige Arbeitsumgebung versetzt werden, mit dem Recruiter interagieren und vor typische Arbeitsaufgaben gestellt werden. Personalverantwortliche finden so schneller heraus, welche Bewerber für eine Stelle geeignet sind, und das zu geringeren Kosten.

    Auch das Onboarding neu eingestellter Mitarbeiter oder die Fortbildung des vorhandenen Personals lässt sich kosteneffizienter gestalten, wenn in der Muttersprache verfügbare Kurse und virtuelle Modelle in Originalgröße in die jeweilige Arbeitsumgebung integriert werden.

    Es bietet sich hier nicht nur die Möglichkeit, die mit Fortbildung und Schulung verbundenen Kosten (für Fachreferenten und Reisen) zu senken: Immersive Schulungserlebnisse bringen speziell Neulinge rascher auf Stand, bei steilerer Lernkurve. Und AeroGround ist in der Lage, ein Lizenz-Management aufzubauen, das seinen Teil dazu beiträgt, HR-Prozesse international zu standardisieren.

     

    Und was kommt als Nächstes?

    Dieser erste Teil der Veranstaltung wurde ihrem Motto „Let's Bring To Life What's Next!“ definitiv gerecht. Wir freuen uns schon darauf, zu erleben, was uns die Folgetermine inhaltlich bieten werden. Ausführlichere Informationen finden Sie im Artikel des VR Business Clubs (auf Deutsch).

    Nach den Challenger Pitches stehen als Nächstes drei Workshops an: am 19. September, 1. Oktober und 14. Oktober. Diese Workshops finden in Form von Labs statt. VR/AR-Experten werden nach einem Brainstorming mit den drei Firmen die für ihre Bedürfnisse effektivste VR/AR-Lösung entwickeln.

    Die öffentliche Abschlusspräsentation ist für den 24. Oktober im Rahmen der Münchner Medientage geplant: Coaches und Kunden werden über die Ergebnisse der drei Workshops berichten und diese diskutieren.

    Die Live-Workshops der SparX Labs stehen für jedermann offen. Wenn Sie Interesse haben, daran teilzunehmen, lassen Sie es uns über den Kommentarbereich unten wissen.

    Veröffentlicht auf 16/08/19    Zuletzt aktualisiert am 23/08/19

    #Augmented Reality

    Über den Autor

    Marc Haarmeier has been responsible for the introduction of digital solutions for over 20 years. During his studies as an industrial engineer, he supervised international transformation projects for a consulting firm. In 1997 he became a member of the firm’s management as a division manager. In 2003, he and other partners founded a group of companies with subsidiaries in Germany, Austria and Switzerland which focused on digital solutions for business-critical processes. Since 2011, he has been working at AMPLEXOR, responsible for digital processes in the DACH/CEE area. He is a driving force behind digital transformation with a focus on the comprehensive Digital Experience Management portfolio.

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